Der erste und der zweite Eindruck: Fallbeispiel einer Homepageoptimierung

Liebe Designer,

mit Sicherheit kennt jeder von Ihnen das allzu bekannte Sprichwort: Der erste Eindruck zählt. Auch Sie als Webdesigner haben sich von Kollegen aus der Branche bestimmt schon das ein oder andere Mal darüber belehren lassen müssen. Aber muss man es mit dem ersten Eindruck wirklich so ernst nehmen? Schließlich liegt man doch manchmal auch daneben und wird erst auf den zweiten Blick überzeugt?

Fakt ist: unser Gehirn braucht gerade einmal eine Zehntelsekunde um ein Urteil über Unbekanntes zu fällen. Wir kenn diese Situation vor allem wenn sich uns fremde Menschen vorstellen. Ob wir den Fremden sympathisch finden haben wir bereits mit dem ersten Handschüttler oder dem ersten Blickkontakt entschieden. Außerdem beweisen Studien, dass wir mit unserer Charakterisierung im ersten Eindruck meist richtigliegen. Dann macht es auch kaum mehr einen Unterschied ob wir uns eine Stunde mit der Person unterhalten, oder ihr sofort den Rücken kehren: Der erste Eindruck bleibt zumeist bestehen.

Im Internet verhält sich das mit dem ersten Eindruck ganz ähnlich. Stößt man dort auf eine bisher nie gesehene Website, entscheidet man innerhalb von Sekundenbruchteilen ob sie einem gefällt oder nicht – und das schon bevor man sich überhaupt orientiert hat oder die ersten Texte richtig gelesen hat. Denn auch ohne diese Texte kann eine Website eine enorme Wirkung auf uns Menschen haben – emotional wie ästhetisch. Und daran hängt letztendlich die wichtigste Entscheidung ab: Bleiben Sie auf der Website oder verlassen Sie sie um sich über Service, Produkte oder Dienstleistungen eines anderen Anbieters zu informieren. Aber was genau sorgt nun für den ersten Eindruck und was hat der Zweite damit zu tun?

Erstaunlicherweise sind es einige Aspekte der Website, die wir innerhalbe kürzester Zeit bewerten. Dazu gehört einerseits die Ästhetik, also Layout, Schriften, Bilder und die allgemeine Anordnung aller Elemente. Das Design kann eine ganz besondere Wirkung hervorrufen und in seiner schlichten Eleganz, Jugendlichkeit oder Modernität auf ganzer Linie überzeugen. Wirkt die Homepage auf den Nutzer allerdings unprofessionell, wird er ihr schnell den Rücken zu kehren. Glauben Sie nicht, dass man Webdesigner sein muss um über die optische Qualität einer Homepage urteilen zu können. Man erkennt den Unterschied zwischen Baukasten-Homepages und modernem, professionellem Design einfach. Der letzte wichtige Faktor für den ersten Eindruck einer Website ist die Konversion. Vergessen Sie nicht, dass ein Kunde aus einem Bedürfnis heraus eine Homepage aufsucht. Die Gestaltung aller Elemente muss darauf abgestimmt sein, so dass der Besucher die von ihm gewünschte Aktion (Kauf, Anfrage, Anruf) so schnell es geht ausführen kann.

Sehen wir uns noch ganz kurz ein Fallbeispiel dazu an, indem ein Kunde über den Suchbegriff Webdesign Ärzte auf die Homepage Ihrer Agentur stößt. Das oberste Ziel des Auftraggebers ist es, Nutzer, die die Website zum ersten Mal besuchen so lange wie möglich auf der Seite zu behalten und schließlich als Patienten gewinnen zu können. Das heißt: Sie müssen für einen positiven ersten Eindruck sorgen. Konzentrieren Sie sich also auf die oben erwähnten Faktoren Ästhetik, Professionalität und Konversion. Ich würde die Praxisseite wie folgt gestalten:

  • Farbkonzept und Typografie im Stile des bereits bekannten Branding der Praxis um einen gewissen Wiedererkennungswert aufrecht zu erhalten
  • Professionelle, echte und sympathische Bilder der Praxisräume und des Teams in einer anschaulichen und spannenden Galerie
  • Professionelle Menünavigation und Anordnung von Unterseiten
  • Modernes Design
  • Rufnummer und Öffnungszeiten der Praxis im Vordergrund der Homepage platzieren
  • Rezept- und Kontaktformulare einbinden